Zuschüsse zur Familienbildung in Bayern

 

Für die vom Familienreferat angebotenen Bildungswochenenden ist die Beantragung von Zuschüssen zur Familienbildung möglich. Der staatliche Zuschuss deckt meist schon einen Großteil der Pensionskosten, so dass die Familien im Normalfall nur eine geringe Teilnahmegebühr zu tragen haben.

 

Zuschussberechtigt sind alle Familien, deren Familieneinkommen festgelegte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Die Zuschüsse müssen von den Familien gesondert beantragt und das Familieneinkommen angegeben werden.

 

Familienbildung – Informationen zur staatlichen Förderung

Stand März 2016

 

Um Familien in besonderen Partnerschafts- und Familienphasen zu unterstützen, gewährt der Freistaat Bayern im Wege der Projektförderung Zuwendungen für die Eltern- und Familienbildung am Wochenende aus Haushaltsmitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (StMAS).

 

Die entsprechenden Wochenendseminare werden von den Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege und den ihnen angeschlossenen Organisationen angeboten und durchgeführt.

Die Zuwendung ist eine freiwillige Leistung des Freistaats Bayern im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Ein Rechtsanspruch auf die Zuwendung besteht nicht.

Eine Zuwendung ist ausgeschlossen, wenn das Wochenendseminar bereits vor Antragstellung gebucht wurde. Auch nach Antragstellung darf vor Erhalt des Zuwendungsbescheides nicht gebucht werden!

 

In eiligen Fällen können Sie beim ZBFS eine Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmebeginn beantragen, jedoch auch erst nach deren Erhalt buchen.

Kontakt:

Zentrum Bayern Familie und Soziales

PG VI 5

Hegelstr. 2

95447 Bayreuth

Servicetelefon: Mo - Do von 9.00 Uhr - 11.30 Uhr

Tel.-Nr: 0921-605-3688

E-Mail: familienerholung.familienbildung@zbfs.bayern.de

FAX-Nr: 0921-605-3904

 

Informationen und Antragsvordrucke können Sie auch auf der Internetseite des ZBFS unter

www.zbfs.bayern.de–Förderung und ESF–Familienbildung abrufen.

 

Welche Anspruchsvoraussetzungen für die Zuwendung müssen erfüllt sein?

- Der Hauptwohnsitz der Familie ist in Bayern.

- Es handelt sich um ein Wochenendseminar für Eltern, Pflegeeltern bzw. Elternteile mit einem Kind bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, für das Kindergeld bezogen wird, oder für werdende Mütter bzw. werdende Väter. Wochenendseminare ohne

Teilnahme von Kindern unter 18 Jahren sind somit nur bei werdenden Eltern förderfähig.

- Ein getrennt lebender Elternteil, der mit seinen Kindern ein entsprechendes Wochenseminar besuchen möchte, für die der andere Elternteil aber das Kindergeld bezieht, kann grundsätzlich auch für sich und die Kinder die Zuwendung erhalten. Das gleiche gilt für sog. Patchworkfamilien.

- Der Inhalt des Seminars muss sich schwerpunktmäßig auf die Unterstützung der Familien in den besonderen Familienphasen, vor allem vor und nach der Geburt eines Kindes sowie bei Erziehungsproblemen beziehen und von entsprechendem Fachpersonal (Sozialpädagogen und Dipl.-Psychologen) durchgeführt werden. Der zeitliche Rahmen muss mindestens 13 Unterrichts-einheiten umfassen und an den Wochenendtagen Freitag, Samstag und Sonntag stattfinden.

- Das Familiennettoeinkommen des vorvergangenen Kalenderjahres vor dem Bildungswochenende liegt unterhalb folgenden Einkommensgrenzen:

 

für allein erziehende Eltern mit einem Kind                         19.000 €

für beide Eltern mit einem Kind                                            20.500 €

für jedes weitere Kind                                                            4.800 €

Es zählen nur die Kinder, für die Kindergeld bezogen wird.

 

Für das Seminar im Jahr 2016 ist das Einkommen des Jahres 2014 maßgebend (vorvergangenes Kalenderjahr).

 

Verfahrensweise:

Nach Eingang des Antrages und der entsprechenden Unterlagen wird der grundsätzliche Anspruch geprüft und Sie erhalten einen Bescheid darüber, ob eine Zuwendung gewährt wird und ggf. wie hoch diese maximal sein wird. Zudem erhalten Sie einen Bestätigungsvordruck übersandt, der vom Veranstalter am Ende des Seminars ausgefüllt werden muss.

Bitte senden Sie diese Bestätigung umgehend nach Abschluss der Bildungsmaßnahme an das Zentrum Bayern Familie und Soziales zurück.

Nach Eingang dieser Bestätigung werden die Angaben überprüft und die zustehende

Zuwendung an Sie ausbezahlt. Wenn die Bestätigung nicht innerhalb von 3 Monaten nach Ende des bewilligten Seminars eingereicht wird, so erlischt die Bewilligung automatisch. Die in Aussicht gestellte Zuwendung wird dann nicht mehr ausgezahlt.

 

Welche Unterlagen werden benötigt?

 

- Kopie eines aktuellen Kontoauszuges (mit Namen des Kontoinhabers) oder einer Bezügemitteilung zum Nachweis des Kindergeldbezuges (immer erforderlich)

- Einkommensteuerbescheid des Jahres 2014 (eine Lohnsteuerbescheinigung allein genügt nicht). Wenn Sie nicht zur Einkommensteuer veranlagt werden oder ein entsprechender Einkommensteuerbescheid noch nicht erteilt wurde, wird das anzurechnende Einkommen mit

einem entsprechenden Einkommensfragebogen ermittelt (S. 4 des Antragsvordrucks)

- ein aktueller Bescheid über Leistungen nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) bzw. XII

(Sozialhilfe) an Stelle des Steuerbescheides oder Einkommensfragebogens, wenn Sie diese Leistungen zum Zeitpunkt der Antragstellung und voraussichtlich auch im Zeitraum des beantragten Seminars beziehen.

 

Ermittlung des anzurechnenden Einkommens

 

Bei Familien, die Leistungen nach dem SGB II (Arbeitslosengeld II) oder nach dem SGB XII (Sozialhilfe) beziehen, gelten die Einkommensvoraussetzungen für die Förderung als erfüllt.

Das anzurechnende Familiennettoeinkommen wird eigenständig berechnet und ist nicht

identisch mit dem steuerrechtlichen Nettoeinkommen.

Berücksichtigt wird die Summe aller positiven Einkünfte des vorvergangenen Jahres im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 Einkommenssteuergesetz. Dies sind:

- der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung und bei sonstigen Einkünften (§22 EStG)

- der Gewinn bei Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbständiger Arbeit.

Abzüglich:

- 27 % der Einkünfte als Pauschale für Steuer und Sozialabgaben, bzw. 22 % bei versicherungsfreien oder nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegenden Arbeitnehmern ( Beamte, Richter, Soldaten, etc).

- Unterhaltszahlungen an Kinder, für die die Einkommensgrenze nicht erhöht wurde sowie an sonstige Personen, soweit die Leistungen nach § 10 Abs.1 Nr. 1 oder § 33a Abs. 1 EStG berücksichtigt werden (an Eltern, gesch. Ehegatten , etc)

- Pauschbetrag entsprechend § 33b Abs. 1-3 EStG wegen der Behinderung eines

Kindes, für das die Eltern Kindergeld erhalten, sowie für den Antragsteller und dessen Lebenspartner.

Hinzukommen:

Transferleistungen wie z.B. Arbeitslosengeld I, Elterngeld, Renten aus der gesetzlichen Sozialversicherung, ...etc. Verluste in einer Einkunftsart, Freibeträge für Landwirte und Alleinerziehende sowie Verlustvorträge werden nicht berücksichtigt.

Kein Einkommen sind: Kindergeld, Kindergeldzuschläge, Landeserziehungsgeld, Betreuungsgeld, Kindesunterhalt, Waisenrenten etc.

 

Verringerung des Familieneinkommens:

Der Einkommensberechnung wird das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen der sechs vor der Antragstellung liegenden Kalendermonate zugrunde gelegt, wenn der Antragsteller dies unter Darlegung einer gewichtigen Änderung der Lebenssituation (z. B. Verlust des Arbeitsplatzes, Scheidung) beantragt.

 

Wie hoch ist die Zuwendung?

Die Tagespauschale beträgt je Veranstaltungstag:

Für jedes berücksichtigungsfähige Kind bis zu 23,50 € / Tag

Für jeden berücksichtigungsfähigen Erwachsenen bis zu 26,50 €/ Tag

Für Kinder unter einem Jahr wird keine Zuwendung gewährt.

Die Zuwendung für ein Wochenendseminar für ein Elternteil mit einem Kind, das mindestens ein Jahr alt ist, beträgt somit bis zu 150,00 €. Für einen Elternteil mit einem Kind unter einem Jahr bzw. werdende Mutter oder Vater bis zu 79,50 €.

 

Im Antrag sind die voraussichtlichen Ausgaben für das Wochenendseminar anzugeben.

Die Zuwendung beträgt maximal 90% der voraussichtlichen Ausgaben, da 10% Eigenmittel

Anzusetzen sind.

Alle im Zusammenhang mit dem Wochenendseminar getätigten Ausgaben (z.B. Seminargebühr,

Fahrtkosten) müssen anhand von Belegen nachweisbar sein. Die Belege für diese Ausgaben

sind zu sammeln und auf Verlangen beim ZBFS vorzulegen.

 

Eine Auszahlung der Zuwendung ist maximal in Höhe der belegbaren Ausgaben abzüglich einer etwaigen Kostenbeteiligung anderer Stellen möglich.